Biologische Station Kreis Wesel und Krefeld e.V.

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Wir engagieren uns für die Natur.

Ein Jahr ADEBAR 2 - weitere Hilfe willkommen!

Bundesweite Vogelzählung angelaufen

Vor einem Jahr ging es los: Überall in Deutschland griffen Freiwillige zum Fernglas, traten vor die Tür und begannen zu zählen: Amsel, Steinkauz, Rostgans, Weißstorch – sämtliche Brutvögel wurden erfasst; meist morgens, manchmal auch nachts, in vielen kleinen Stichproben und über mehrere Monate hinweg. Das Projekt „ADEBAR 2“ hatte begonnen.

Foto: Der alte Brutvogelatlas"ADEBAR" ist nicht nur der Fabelname des Storches, sondern steht zugleich für "Atlas deutscher Brutvogelarten". Warum die "2" dahinter? Weil es das alles schon einmal gab. Vor über 20 Jahren, Anfang 2005 begann das Vorläuferprojekt. Nach fünf Jahren Freilandarbeit wurden die Ergebnisse in einem gewaltigen Auswertungsakt vom Dachverband Deutscher Avifaunisten (DDA) zusammengetragen. Heraus kam der besagte Atlas, ein Buch im A4-Format, 800 Seiten stark, vier Kilogramm schwer, mit einem doppelseitigen Kapitel zu jedem der rund 300 deutschen Brutvögel, von der allgegenwärtigen, anpassungsfähigen Amsel bis zum zurückgezogenen, zimperlichen Zwergsumpfhuhn.

Doch die Welt wandelt sich und mit ihr Deutschland und der Kreis Wesel. Erderwärmung, veränderte Landnutzung und weitere Faktoren rütteln an den Bestandszahlen. Der Seidensänger kommt, die Turteltaube verschwindet. Fast jede zweite Art gilt inzwischen als gefährdet und vor allem die Zahl der vom Aussterben bedrohten Arten steigt. All das rief nach einem Update der Bestandszahlen, einer Neuauflage von "ADEBAR".
Deshalb läuft von noch bis 2029 das Folgeprojekt "ADEBAR 2", wie damals unter Leitung des DDA. Im Kreis Wesel ist bereits viel passiert. Für die Zählung gut der Hälfte der Quadranten haben sich schon Freiwillige gefunden. Die eingefügte Karte zeigt in Gelb, wo schon kartiert wird. Wie erwartet, ist der dicht besiedelte Südkreis gut abgedeckt, während im Norden noch große Lücken klaffen. Es gibt also noch eine Menge spannende Gebiete zu kartieren. Wer die heimischen Vögel und ihre Stimmen kennt, ist also herzlich zum Mitmachen eingeladen!

Karte Quadrantenabdeckung

Im Kreis Wesel übernimmt die Biologische Station Kreis Wesel und Krefeld (BSKW) die Koordination. Interessierte können sich bei Paul Schnitzler (schnitzler(at)bskw.de, 0281-96252-15) oder Thomas Traill (traill(at)bskw.de, 0281-96252-14) melden oder direkt unter diesem Link für ein Gebiet registrieren. Weiteres steht auf der Webseite des DDA.

Apropos Quadranten: Was auf den ersten Blick schräg (oder eher viel zu rechteckig) wirkt, hat seinen Sinn: Zwar sind Städte, Gemeinden, Flüsse, Seen, Wälder und sonstige Landschaften fast nie rechteckig, aber ein solches bundesweit einheitliches Raster macht die Organisation leichter und stellt sicher, dass es keine Lücken gibt. Dort, wo Quadranten über die Kreisgrenze gehen, werden sie von "ADEBAR 2" dem einen oder anderen Kreis zugerechnet, und damit auch einer anderen Biologischen Station. (In den meisten Fällen übernehmen in NRW die Biologischen Stationen die Koordination auf Kreisebene. Das ist nur hier möglich, wo jeder Kreis eine solche Station hat.)

Anders als vor 20 Jahren wird bei "ADEBAR 2" statt einer Papierkarte heute die App NaturaList benutzt. Wer draußen im Feld lieber mit Papier und Stift arbeitet, kann die Daten aber auch nachträglich ins Online-Portal eingeben. Auch das Auswerten ist durch Automatisierung leichter geworden.
Auch wer nicht alle Vogelarten kennt, kann etwas beitragen. So können sich mehrere Personen nach Absprache einen Quadranten teilen. Wer sich beispielsweise nur mit Eulen auskennt, kann sich auf deren Erfassung beschränken, während andere sich um die übrigen Vogelarten kümmern. So füllen sich hoffentlich bald die Lücken in der Karte und in ein paar Jahren wird dann ein zweiter Atlas deutscher Brutvogelarten im Regal stehen.

Biologische Station Kreis Wesel und Krefeld e.V. · Freybergweg 9 · 46483 Wesel
Tel.: 02 81 - 9 62 52 0 · Mail: info(at)bskw.de