Biologische Station Kreis Wesel und Krefeld e.V.

Biologische Station Kreis Wesel und Krefeld e.V.

Wir engagieren uns für die Natur.

Wo gibt es noch Kiebitze?

Die winterliche Stille ist vorbei. In den Wäldern und Hecken singt es seit Tagen immer kräftiger und bunter. Der Reihe nach kehren Zilpzalp, Mönchsgrasmücke und all die anderen Zugvögel aus dem Süden zurück. Auch auf den Feldern sind gefiederte Frühlingsboten unterwegs – wo es sie noch gibt: Feldlerchen singen. Schafstelzen werden bald einstimmen. Und der Kiebitz ist zurück!

Kiebitz mit Küken Fliegender Kiebitz

Das freut die Biologische Station im Kreis Wesel. Und nicht nur sie. Gemeinsam mit zahlreichen Ehrenamtlichen greift die Station seit inzwischen fünf Jahren im Rahmen des LIFE-Projektes "Wiesenvögel NRW" dem schwarzweißen Vogel unter die Flügel. Die Hilfe kann er gebrauchen. Einst häufig, zieht er inzwischen nur noch über wenigen Äckern balzend seine Kreise. Ein komplexes Wirkgefüge aus Trockenheit, verstärkter Landnutzung, Fressfeinden und Störung macht es ihm immer schwerer, seine Brut auf der blanken Erde aufzuziehen. Gemeinsam mit der Landwirtschaft sorgen Biostation und Ehrenamtliche im ganzen Kreis Wesel dafür, dass zumindest eines dieser Probleme entschärft wird: Die Bruten werden ausfindig gemacht, sodass sie bei der Feldbearbeitung geschont werden können.

Dafür ist aber eines wichtig: Die Brutkolonien müssen überhaupt erst bekannt sein! Zwar dürften die meisten inzwischen entdeckt worden sein, aber der Kreis Wesel ist mit seinen über Tausend Quadratkilometern groß genug, dass sich hier und da noch ein paar brütende Kiebitze verstecken könnten. Deshalb bittet die Station um Mitteilung von Kiebitzbruten, gerade aus wenig beachteten Bereichen. Die Rheinschiene und die Dingdener Heide sind gut untersucht, aber gerade weit abseits des Flusses sowie der Städte und größeren Siedlungen dürfte es noch einige blinde Flecken in der Landschaft geben. Wer dort Kiebitze bei ihren typischen kapriolenden Balzflügen erspäht oder verdächtig auf dem Acker stehen oder sitzen sieht, darf sich sehr gerne an Thomas Traill wenden. So kommen wir vielleicht dem Fernziel etwas näher, dass kein Kiebitz im Kreis Wesel mehr ungeschützt ist.

Das Projekt "LIFE Wiesenvögel NRW"

Das von der EU über das Förderinstrument LIFE und vom Land NRW finanzierte Projekt "LIFE Wiesenvögel NRW" (LIFE19 NAT/DE/000816) dient der Sicherung von Lebensräumen wiesenbrütender Vogelarten sowie rastender Enten und Watvögel im Tiefland von NRW. Eckdaten des Projekts:

  • Projektträger: Landesamt für Natur, Umwelt und Klima NRW (LANUK)
  • Projektpartner: zehn Biologische Stationen in NRW sowie die niederländische vogelkundliche Organisation SOVON
  • Laufzeit: Oktober 2020 bis Dezember 2027
  • Gesamtbudget: knapp 19 Mio. € (davon 11,4 Mio. € EU-Fördermittel; 7,5 Mio. € Land NRW)
  • Kulisse: acht EU-Vogelschutzgebiete im Tiefland von NRW, Gesamt-Maßnahmenfläche 15.000 Hektar
  • Zielarten: Brutvögel der (Feucht-)Wiesen wie Uferschnepfe, Großer Brachvogel, Rotschenkel, Kiebitz, Bekassine, Löffelente, Knäkente und Wiesenpieper;
    Rastvögel der Feuchtwiesen wie Enten und Watvögel
  • Maßnahmen: u.a. verschiedene Maßnahmen zur Verbesserung des Wasserhaushalts, Etablierung extensiver landwirtschaftlicher Nutzung, Wiederherstellung des Offenlandcharakters, Maßnahmen zur Abwehr von Beutegreifern (Prädatoren), Öffentlichkeitsarbeit, Besucherlenkung
Mehr zum Projekt finden Sie unter www.life-wiesenvoegel.nrw.de.

Biologische Station Kreis Wesel und Krefeld e.V. · Freybergweg 9 · 46483 Wesel
Tel.: 02 81 - 9 62 52 0 · Mail: info(at)bskw.de